Liebe Leser!

„Liebling, wir müssen reden.“ Ob die Kabarettistin Sylvia Brécko mit ihrem Soloprogramm bereits in der Landeshauptstadt aufgetreten ist, das wissen wir nicht. Aber die Stadt Stuttgart und die Immobilien-branche sollten mehr miteinander sprechen.

 

Eher tragische Züge hat es, wenn Stuttgart mit seinen Milieu-schutzsatzungen zwar womöglich ein Ziel (die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung in ihrer Struktur zu erhalten) erreicht, aber dafür drei andere opfert: Die Klimaziele, die Schaffung von barrierefreiem oder barrierearmen Wohnraum und die nachhaltige Anpassung des Wohnungsbestands an heutige Bedürfnisse.

 

Das darf nicht sein. Wenn schon die Mieten durch dirigistische Maßnahmen niedrig gehalten werden sollen, dann bitte ohne solchen Kollateralschaden. Zusammen sollten Stadt und Immobi-lienbranche dafür ein Konzept entwickeln.

 

„Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Das ist nicht nur der Titel eines Films von 2002, der immerhin den Deutschen Fernsehpreis erhalten hat. Dies gilt auch für unsere Wirtschaft und Innenstädte, die unter den Folgen der Pandemie, aber auch wirtschaftlicher Umbrüche leiden.

 

Hoffnung macht die Forderung von Frank Nopper: „Achtsam bleiben und vorsichtig lockern.“ Stuttgarts OB weist darauf hin, dass Stuttgart bundesweit die zweitniedrigste Inzidenz unter den deutschen Großstädten hat und (Stand vorigen Freitag) der Wert seit fünf Tagen in Folge unter der Schwelle von 35 liegt. Wenn die Werte stabil bleiben, müsse unter Einhaltung von Hygienevorschriften schrittweise mit der Öffnung auch von Einzelhandel, Gastronomie und Kultureinrichtungen fortgefahren werden.

 

Hoffnung machen auch die Bestrebungen, Stuttgart und die Metropolregion zum Standort für Künstliche Intelligenz auszubauen. Auch das kann dazu beitragen, in der Automobilindustrie und ihren Zulieferbetrieben wegfallende Arbeitsplätze zu kompensieren.

 

„Wir schaffen das“, wusste schon Bundeskanzlerin Angela Merkel, die bekanntermaßen große Stücke auf die schwäbische Hausfrau hält. Dafür müssen wir nicht nur, wie bei der Verhinderung von Gentrifizierung, am gleichen Strang ziehen, sondern auch noch in die gleiche Richtung.

 

Tatkräftig-herzlich grüßt Sie alle

 

Ihr Frank Peter Unterreiner, Herausgeber

 

Die aktuelle Ausgabe vom 23. Februar 2021 als PDF