Liebe Leser!

Der Versuch, der Stadt Stuttgart Wohnungen für Geflüchtete aus der Ukraine zur Verfügung zu stellen, endete im Desaster.

 

Nach Monaten noch keine Belegung, zwei Wohnungen zurückgegeben, Geld- und Ressourcenverschwendung auf städtischer und auf Vermieterseite. Vor allem aber: Völlig unnötiger Leerstand von dringend benötigtem Wohnraum.

 

Unsere Frage, ob es sich dabei um einen Einzelfall oder systemisches Versagen handelt, hat die Landeshauptstadt nicht beantwortet. Vieles spricht leider für Letzteres. Auch deswegen, weil uns ähnliche Klagen aus anderen Kommunen in der Metropolregion Stuttgart erreichen.

 

„Die Anmietungsprozesse sind komplex“, heißt es dann. Es sei schwierig, passende Mieter zu finden. Nun ja, private Vermieter machen das ebenso wie Baugenossenschaften, institutionelle Eigentümer und städtische Wohnungsgesellschaften jeden Tag routiniert. So schwer ist das nicht. 

 

Komplex, viel zu komplex sind die Prozesse in den Amtsstuben. Hier muss der Hebel angesetzt werden. Ein Dankeschön gilt den städtischen Mitarbeitern, die trotz solch frustrierender Erlebnisse und unzureichender Ausstattung ihren Beruf mit Hingabe ausfüllen und versuchen, die Herkulesaufgabe Unterbringung der Geflüchteten zu stemmen.

 

Eine Erfolgsstory made in Stuttgart ist die DGBN, die sich in 15 Jahren zum größten Netzwerk für nachhaltiges Bauen in Europa entwickelt hat. Die Relevanz von Nachhaltigkeit kommt jetzt erst so langsam in den meisten Köpfen an. Der DGNB und damit der gesamten Metropolregion erwachsen hier gewaltige Chancen. Schließlich sind wir die Ingenieurshochburg der Welt. Das müssen wir ummünzen in Produkte und Dienstleistungen, um vor allem die Klimaziele zu erreichen.

 

Nachhaltig im doppelten Sinne will auch Ihr Immobilienbrief Stuttgart sein. Weil wir uns nachhaltig für die Interessen der Immobilienbranche einsetzen. Und weil für uns kein Papier produziert und keine Druckfarbe angerührt werden muss. Wir sind beides, bunt und green! Und wenn es draußen grau ist, dann tragen wir eben die gelbe Sonne im Herzen.

 

Herzlich grüßt Sie

 

Ihr Frank Peter Unterreiner, Herausgeber

 

Die aktuelle Ausgabe vom 06. Dezember 2022 als PDF