Liebe Leser!

Das Transaktionsvolumen am Stuttgarter Investmentmarkt knüpft wieder an die Zeiten vor Corona an. Das ist eine gute Nachricht. Der Büromietmarkt hingegen schwächelt. Das ist naturgemäß schlecht.

 

Gefährlich wird es, wenn dies so bleibt. Wenn wir eine Nach-frage nach Anlageprodukten haben, aber keinen Nutzerbedarf bei diesen Immobilien. Doch so sieht es im Moment nicht aus, der Büroleerstand ist in Stuttgart weiter niedrig und vom Fertigstellungsvolumen 2021 und 2022 ist das allermeiste bereits vorvermietet. Zudem sind einige größere Gesuche in der Pipeline.


Alles gut also? Nein, das nun auch nicht. So mancher periphere Standort in der Region und veraltete Gebäude dürften es künftig schwerer haben.
Noch ist gar nicht absehbar, welche Auswirkungen Homeoffice und neue Arbeitswelten langfristig auf die Flächennachfrage und -qualität haben werden. Zudem blenden selbst gute Marktzahlen Einzelschicksale aus. Wer für seine Achtziger-Jahre-Butze in C-Lage den Miet-vertrag mit beispielsweise Daimler nicht verlängert bekommt, hat erst einmal nichts zu lachen. Hier wartet also noch die eine oder andere Herausforderung.


In Weilheim an der Teck will eine Daimler-Tochter eine der größten Brennstoffzellenfabriken in Europa bauen. Die Nachricht könnte fast besser nicht sein, wenn, ja wenn es da nicht noch die Hürde Bürgerbeteiligung gebe.
Im benachbarten Dettingen unter Teck ist ein Gewerbegebiet erst vorigen Monat krachend gescheitert. In Schwieberdingen floss Mitte 2019 der Angstschweiß in Strömen. Es war im Vorfeld nicht klar, ob es der saturierte Souverän Porsche gnädigerweise erlauben würde, dort den Taycan zu produzieren und fett Gewerbesteuern zu bezahlen.


Das Thema Bürgerbeteiligung müssen wir anders lösen. Das jedenfalls ist klar. Antworten, wenn auch nicht dazu, erwarten wir uns jedenfalls auf der Expo Real, die dieser Tage in München stattfindet. Wir sind gespannt – und berichten pflichtgemäß in Ihrem nächsten Immobilienbrief Stuttgart.

 

Bleiben Sie bis dahin wach, hungrig und gesund!

 

Herzlich grüßt Sie

 

Ihr Frank Peter Unterreiner, Herausgeber

 

Die aktuelle Ausgabe vom 12. Oktober 2021 als PDF