Liebe Leser!

Das Interview mit Erich Hildenbrandt im vorigen Immobilienbrief Stuttgart kam einem Dammbruch gleich. Als Erster hatte er den Mut, im Immobilienbrief Stuttgart seine Erfahrungen mit dem Stuttgarter Rathaus öffentlich zu machen.

 

Seitdem haben wir zahlreiche Telefonate und persönliche Gespräche geführt. Die Essenz einiger weniger können Sie in dieser Ausgabe lesen. Weitere werden folgen. Das Thema ist komplex und für ein Fazit ist es noch zu früh, aber so viel steht fest: Es muss sich etwas ändern. Ganz schlimm finden wir, dass aus Angst vor Repressalien viele anonym bleiben wollen.

 

„Stuttgart ist am problematischsten“, klagt ein Fachingenieur. „Vereinbarungen sollten eingehalten werden“, meint ein Architekt. Einheitlichere Anforderungen und mehr Pragmatismus verlangen die Vorstände des Bau- und Wohnungsvereins. „Kommunikation ist das Mittel der ersten Wahl“, mahnt der ehemalige Ludwigsburger Baubürgermeister und jetzige Geschäftsführer von D-Quadrat Hans Schmid und fordert eine großzügige Auslegung des komplizierten Baurechts.

 

Eine Optimierung der Abläufe scheint auch an anderen Stellen vonnöten. Beispielsweise bei der Akquise von Privatwohnungen durch die Stadt Stuttgart. Fünf Wohnungen bot ein privater Vermieter der Stadt vor mehr als zwei Monaten für Geflüchtete aus der Ukraine an. Vier wollte die Kommune haben. Noch vor Ostern wurden die Mietverträge an die Stadt übermittelt, bis heute ist keiner der Verträge unterschrieben, geschweige denn eine der Wohnungen übergeben worden. Sie stehen inzwischen alle leer, während Tausende Kriegsflüchtlinge provisorisch untergebracht sind. 

 

Eine weitere Wohnung hat der besagte Vermieter inzwischen direkt an eine Frau aus der Ukraine und ihre zwei Kinder vergeben. Das ging innerhalb weniger Tage. Andere Leser haben ähnliche Erfahrungen gemacht, nicht nur in Stuttgart.

 

Kritik im Immobilienbrief Stuttgart soll kein Vorwurf sein, sondern Motivation, besser zu werden. Im Interesse von uns allen. Das gilt selbstverständlich auch für uns. Sagen Sie uns die Meinung – wir freuen uns darauf!

 

Herzliche Grüße sendet Ihnen

 

Ihr Frank Peter Unterreiner, Herausgeber

 

Die aktuelle Ausgabe vom 24. Mai 2022 als PDF