Liebe Leser!

„Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, muss sich alles ändern.“ Dieser wohl bekannteste Satz aus dem Roman „Der Leopard“ des italienischen Schriftstellers Giuseppe Tomasi di Lampedusa
wird gerne dann bemüht, wenn an den Veränderungswillen appelliert werden soll.

 

Der Mensch ist, in der Mehrheit zumindest, träge, und warum sollte auch der Status quo geändert werden? So nach dem Motto „Et hätt noch emmer joot jejange“ („Es ist bisher noch immer gut gegangen“), dem Artikel 3 des Et rheinisch Jrundjesetz (dem rheinischen Grundgesetz).

 

Doch muss die Region Stuttgart wirklich erst ihren Wohlstand zumindest teilweise verlieren? Wird erst dann das regionale Flächenmanagement dahingehend reformiert, dass der Verband Region Stuttgart auch Planungsgebote durchsetzen oder – besser noch – selbst Flächennutzungs- und Bebauungspläne aufstellen kann? Thomas Bopp jedenfalls, als Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart ihr oberster Repräsentant, scheint das zu glauben. „Wir brauchen wohl erst wieder eine Krise wie 1994, bevor sich etwas ändert“, sagte er beim Real Estate Forum und sorgte für große Augen bei den Zuhörern.

 

Ist das Fatalismus? Das Anerkennen einer unabänderlichen politischen Realität? Weil die Zustände im Lande und die Verhältnisse im Landtag nun mal eben sind, wie sie sind?

 

Müssen wir wirklich erst das nächste Ruhrgebiet werden, damit sich ändert, was sich ändern müsste, damit alles bleibt, wie es dann leider nicht mehr ist? Ein arrogantes Festhalten an einer zunehmend unwirtschaftlich werdenden Kohle- und Stahlproduktion, ein Ausblenden der sich ändernden globalen wirtschaftlichen Verhältnisse war in der nach dem Zweiten Weltkrieg reichsten Region Deutschlands wohl die Hauptursache für den Niedergang.

 

Bei uns wäre es das bornierte Festhalten an rechtlichen Strukturen, die vor 30 Jahren richtig waren, es aber heute nicht mehr sind. Wollen wir als die Generation in die Geschichtsbücher eingehen, die den seit über 100 Jahren währenden Aufschwung vergeigt hat?

 

Wir wollen das nicht, deswegen trommeln wir!

 

 

Ihr Frank Peter Unterreiner, Herausgeber

 

 

Die aktuelle Ausgabe vom 07. November 2017 als PDF