Liebe Leser!

In das Thema Wohnungsbau in Stuttgart scheint Bewegung zu kommen, dies hat OB Fritz Kuhn mit den drei Szenarien erreicht, die wir Ihnen im vorigen Immobilienbrief Stuttgart vorgestellt haben.

 

Die CDU- und SPD-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat wollen hierzu eine Bürgerbefragung starten. Die Menschen mit einzubinden, ist immer richtig. An die Bürger die Entscheidung zu delegieren, ist der falsche Weg. Zum einen muss es jetzt mal zackig gehen. Wir haben nicht jahrelang Zeit. Zum anderen besteht die Gefahr, dass insbesondere die Betroffenen ihr Eigeninteresse verfolgen.

 

Es ist Aufgabe der Politik, analytisch die Sachargumente abzuwägen und eine Entscheidung zu treffen, welche das übergeordnete Wohl Stuttgarts und aller Bürger in den Vordergrund stellt. Dazu gehört auch, diejenigen zu berücksichtigen, die gerne in Stuttgart wohnen würden, es aber mangels Wohnungen nicht können. Und diese haben bei einer Bürgerbeteiligung zwangsläufig keine Stimme.

 

Der drohende Teilabzug der amerikanischen Streitkräfte aus der Region Stuttgart ist zurzeit ein politisches Thema. Für eine abschließende Beurteilung ist es noch zu früh, aber: Wir sind keine strukturschwache Region, sondern das Powerhaus Europas. Wir benötigen dringend Flächen zum Wohnen und Arbeiten. Auch, um Zukunftsprojekte wie die digitale Fabrik zu realisieren und damit die dringend notwendige Reform der Produktion anzugehen.

 

In der Summe könnte also der jetzt beklagte Abzug eine große Chance und ein Gewinn sein. Es gibt genügend Beispiele in der Metropolregion, wo ehemalige Kasernenareale revitalisiert und nachverdichtet wurden und heute attraktive Quartiere sind. Ohne sie wäre unsere Region weniger vielfältig und schwächer, auch wirtschaftlich.

 

Politisch korrekt standen wir auf der Stuttgarter Theodor-Heuss-Straße einspurig im Stau. Auf einer Strecke, die wir ansonsten in zwei Minuten zurückgelegt hätten, atmeten wir ein Viertelstündchen die Abgase des schleichenden Verkehrs ein, während auf der Pop-up-Radspur ab und an ein Radfahrer an uns vorbeizog. Auf einmal dreispurig, wir cruisten mit 40 Stunden-kilometer entspannt voran. Rathaus, was ist los!? Da geht doch noch was?! Keine Idee für neue Schikanen? Zumindest ein paar Blumentröge könntet Ihr doch wahllos über die zwei politisch überflüssigen Spuren verstreuen.

 

Wir verabschieden uns jedenfalls bis zum 8. September ins Sommerpäuschen.

 

Ihr Frank Peter Unterreiner, Herausgeber

 

 

Die aktuelle Ausgabe vom 04. August 2020 als PDF