Liebe Leser!

Ziel deutlich verfehlt. Wieder einmal. Statt der geplanten 1800 Wohnungen wurden in Stuttgart im Vorjahr nur 1376 Einheiten netto bezugsfertig. Zudem ist die Zahl der erteilten Baugenehmigungen 2020 deutlich um 24 Prozent auf 1577 Wohnungen gesunken – was für die Fertigstellungen der Folgejahre nichts Gutes bedeuten kann.

 

Auch wurde die Zahl von 1800 Wohnungen jährlich von Ex-OB Fritz Kuhn willkürlich definiert, der Bedarf ist deutlich größer. Erschwerend kommt hinzu, dass der Wohnungsbau viele Jahre Vorlauf benötigt. So wurde das Stuttgarter Stafflenbergareal von der Diakonie 2012 veräußert, 2023 sollen die neuen Wohnungen fertig sein. Das sind elf Jahre!

 

Zum Glück springt der Wirtschaftsmotor wieder an. Die Unternehmen stellen wieder vermehrt Mitarbeiter ein, diese benötigen Wohnraum. Zudem gehen die Babyboomer die nächsten Jahre verstärkt in den Ruhestand, räumen damit aber logischerweise nicht ihre Wohnungen und Häuser. Um diese Arbeitskräfte zu ersetzen, sind wir auf Zuwanderung angewiesen – diese Menschen benötigen wiederum Wohnungen.

 

Die Stuttgarter Wohnungspolitik ist krachend gescheitert. Jetzt braucht es unter OB Frank Nopper einen Neuanfang. Den braucht es schnell. Und den braucht es kraftvoll. Inklusive schnellerer Abläufe, angefangen bei der Aufstellung von Flächennutzungsplänen und Bebauungsplänen bis hin zu jeder einzelnen Baugenehmigung. Kleinklein hilft nicht mehr.

 

Das Thema Flächenmangel für Wohnen und Gewerbe – das Letztere dürfen wir nicht vergessen! – müssen wir im Schulterschluss mit der Region, besser noch Metropolregion Stuttgart angehen. Stuttgart allein kann es nicht lösen. Gut, dass Nopper die Region stärken und die Metropolregion beleben möchte. Noch besser, dass er im Wahlkampf eine Kultur der Freude über jeden Bauantrag und jede Investition angekündigt hat.

 

Eine Kultur der Freude, des Wollens, des Ärmelhochkrempelns und des Bauens, das ist es, was wir jetzt brauchen. Das Schreiben, Erinnern und Mahnen übernehmen wir – und zwar mit Freude. Auf jetzt, in die Hände gespuckt …

 

Schaffig und tatendurstig grüßt Sie herzlich

 

Ihr Frank Peter Unterreiner, Herausgeber

 

Die aktuelle Ausgabe vom 08. Juni 2021 als PDF