Liebe Leser!

Für Stuttgart ist es die Knüllernachricht schlechthin: OB Fritz Kuhn bewirbt sich nicht um eine weitere, zweite Amtszeit. Damit nimmt er in Kauf, dass er – anders als seine drei Vorgänger – als Episode und nicht als Epoche in die Annalen der Stadt eingeht. Als Unvollendeter. Es gab wohl Beweg-gründe für einen Verzicht, die größer waren als das Ego. Das verdient uneingeschränkt Respekt!

 

Es darf daran erinnert werden, dass Kuhn erst das vierte Stadt-oberhaupt Stuttgarts nach dem Zweiten Weltkrieg ist. Die Legenden Arnulf Klett und Manfred Rommel waren 29 beziehungsweise 23 Jahre im Amt, Wolfgang Schuster immerhin 16 Jahre. Das relativiert die acht Jahre von Kuhn noch einmal mehr.

 

Die Bau- und Immobilienbranche wird Kuhn keine Träne hinterherweinen. Schon im Wahlkampf ging er zu ihr auf Konfrontation, bei der Immobilienmesse Mipim hat er sich nur einmal blicken lassen, bei der Expo Real unseres Wissens zweimal, davon einmal im Rahmen einer Exkursion des Regionalparlaments. Auch der Runde Tisch im Rathaus, zu dem die Immobilienbranche ab und an einbestellt wird, gilt vielen als Feigenblatt. Die Antipathie ist also beidseitig.

 

Egal, welche Partei den neuen Oberbürgermeister stellt, es ist eine Chance, auch für die Grünen selbst. Sie sollten weg vom Dogma der nahezu ausschließlichen Fokussierung auf die Innenentwicklung. Wir müssen das Thema Stadtentwicklung beziehungsweise Entwicklung der Region neu denken.

 

Aber auch die Immobilienbranche muss sich bewegen und Themen wie Energieeffizienz und Ressourcenschonung mehr Raum geben. Im Miteinander von Politik, Verwaltung und Immobilienbranche haben wir die Chance, Lösungen zu finden. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, wusste schon Hermann Hesse.

 

Ihnen allen wünschen wir für 2020 und das neue Jahrzehnt alles Gute, erfolgreiche Geschäfte, aber vor allem privates Glück und Gesundheit. Im neuen Jahr werden wir nicht alle Herausforderungen lösen können. Aber wir sollten uns auf den Weg machen mit dem Ziel, es in dieser Dekade zu schaffen.

 

Tatendurstig und herzlich grüßt Sie

 

Ihr Frank Peter Unterreiner, Herausgeber

 

 

Die aktuelle Ausgabe vom 14. Januar 2020 als PDF