Liebe Leser!

Glückwunsch! In Stuttgart stieg im ersten Halbjahr die Zahl der verkauften neuen Eigentumswohnungen um stolze 15,6 Prozent auf 156 Einheiten. In Worten: Einhundertsechsundfünfzig.

 

156 Haushalte konnten sich also den Wunsch nach einer neuen Eigentumswohnung erfüllen, können langfristig Vermögen aufbauen und haben die Chance, im Alter weitgehend lastenfrei zu wohnen. Wenn sie die eigenen vier Wände bis dahin getilgt haben. Schlappe 8068 Euro kostet inzwischen der Quadratmeter. Im Durchschnitt.

 

Im deutlich kleineren Mannheim wurden im Gesamtjahr 2020 immerhin 269 Verkaufsfälle von Neubaueigentumswohnun-gen gezählt. Stuttgarter Niveau. Leipzig meldet für das erste Halbjahr 2021 hingegen 340 Verkaufsfälle. Frankfurt zirka 400. Hamburg 801. München spielt mit etwa 1800 Verkaufsfällen in der Champions League. Wollen wir uns damit trösten, dass es in Düsseldorf nur 132 waren? Ist das unser Anspruch? In Stuttgart, der Welthauptstadt der Häuslebauer und Bausparer?

 

Und das ist leider nicht das Einzige, das schiefläuft. Mit markigen Worten soll der Glasfaserausbau vorangetrieben werden. Unter dem Stichwort „Gigabit Region Stuttgart“ sollen bis 2030 neben Unternehmen auch 90 Prozent der Haushalte schnelles Internet bekommen. Das wird scheitern!

 

Der Partner Telekom bietet Immobilieneigentümern an, Glasfaser kostenlos zu verlegen, wenn ein Kunde dies wünscht. Klingt erst einmal gut. Andere Internetanbieter dürfen diese Infrastruktur jedoch nicht nutzen, wird einem verdutzten Stuttgarter Immobilieneigentümer erklärt. Diese müssten dann ihre eigenen Glasfaserleitungen verlegen – und die Straße nochmals aufgraben und einen zweiten Kabelkanal durch den Keller und das Treppenhaus verlegen.

 

Zudem werden nicht straßenzugweise die Gehwege aufgegraben und Anschlusspunkte in die Häuser gelegt, sondern nur dort, wo es eben ein Kunde beantragt. Für uns klingt das dilettantisch und nach einer immensen Ressourcenverschwendung.

 

„Herr, schmeiß Hirn ra – aber viel“, sind wir versucht zu rufen. Warum hat die Schaffung von neuen Eigentumswohnungen und der Ausbau der Infrastruktur früher so viel besser funktioniert? Darauf brauchen wir nicht nur eine Antwort, wir brauchen vor allem eine Lösung!

 

Sommerpausenerholt und daher kämpferisch grüßt Sie herzlich

 

Ihr Frank Peter Unterreiner, Herausgeber

 

Die aktuelle Ausgabe vom 14. September 2021 als PDF