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Die Lage am Wohnungsmarkt von Stuttgart und der Region bleibt angespannt, Kaufpreise wie Mieten werden weiter steigen. Dies ist das Ergebnis einer Expertenbefragung und die Kernaussage des neuen Stuttgarter Wohnungsmarktberichts. Als Hauptproblem werden die fehlenden Grundstücke genannt, gefolgt von hohen Baukosten/Baustandards und komplexen Planungs- und Genehmigungsverfahren.

 

Das Thema Wohnen haben entsprechend auch die Parteien für sich entdeckt, schließlich ist in Baden-Württemberg am 26. Mai Kommunalwahl. „Herr Kuhn, die Mieten steigen, weil Sie nicht bauen“, greift die die SPD den Stuttgarter OB direkt an und fordert 30 000 neue bezahlbare Wohnungen. „Freiheit ist, wenn bezahlbares Wohnen wieder zur Realität wird“, träumt Michael Conz von den Freien Demokraten. „Baumöglichkeiten für alle Bevölkerungsschichten“, unkonkreter, als die Freien Wähler es tun, ist das Thema nicht zu formulieren. „Ich will, dass in Stuttgart jedes Jahr rund 1000 Wohnungen mehr gebaut werden“, fordert der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Kotz.

 

Das erinnert alles an den Slogan „Für Stuttgart bauen. Nicht für Investoren“, mit dem Fritz Kuhn vor sieben Jahren in den OB-Wahlkampf gezogen ist (Immobilienbrief Stuttgart Nr. 111). Geändert haben sich seitdem zwei Dinge nicht: Es baut in der Regel weder der Oberbürgermeister noch sonst ein Politiker, sondern immer noch die Immobilienbranche und private Investoren. Die Aufgabe der Politik ist es, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Und das hat sie verpennt.

 

Die sogenannte Wohnraumoffensive für Stuttgart von CDU, SPD, Freien Wählern und FDP hat bislang nicht wesentlich mehr bewirkt, als die Uraltplanung Schafhaus in Mühlhausen zu reaktivieren. 400 neue Wohnungen sind zwar gut, lösen aber nicht das Problem. Gemeinsam könnten die vier Parteien das Thema angehen, doch dazu bedarf es mehr als persönliche Angriffe und Sprüche nach dem Motto „Freibier für alle“, nämlich ein konkretes Handeln.

 

Wir brauchen neue Bebauungspläne für den Innen- und Außenbereich, die auch eine höhere Dichte zulassen. Wir brauchen unter anderem großzügigere Befreiungen und einen flexibleren Stellplatzschlüssel. Das Freibier gibt es dann von der Immobilienbranche – beim Richtfest!

 

Hoffnungsvoll und herzlich grüßt

 

 

Ihr Frank Peter Unterreiner, Herausgeber

 

 

Die aktuelle Ausgabe vom 07. Mai 2019 als PDF

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