Liebe Leser!

So ein Blödsinn! Stuttgart hat München als teuerste Mieterstadt abgelöst, war bundesweit in den Medien zu lesen, meist unreflektiert.

 

Richtig ist, dass der Stuttgarter Mietspiegel einen etwas höheren Durchschnittswert ausweist als der Münchner. Was je nach Gemütslage zu Kopfschütteln oder einem Lachanfall führt, denn schließlich weiß jeder, der die Märkte halbwegs kennt, dass München dras-tisch teurer ist als die baden-württembergische Landeshauptstadt. 12,12 Euro beträgt die durchschnittliche Neuvertragsmiete in Stuttgart und in München sind es 16,51 Euro.

 

Die neue Entwicklungskonzeption Wirtschaftsflächen für Stuttgart regt interkommunale und regionale Gewerbegebiete an. Wie schön! Ihr Immobilienbrief Stuttgart fordert dies schon seit Jahren! Wir müssen diese wunderbare Region aus einem Guss entwickeln. Wir brauchen einen Masterplan für die Region und wir müssen sie mit mehr Kompetenzen ausstatten.

 

Doch das bedeutet im Umkehrschluss, dass andere Kompetenzen und damit Macht abgeben müssen. Zuvorderst die Lokalparlamente. Alexander Kotz, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stuttgarter Rathaus, erklärte sich beim Real Estate Forum dazu bereit. Gut so! Schließlich kann es nicht sein, dass beispielsweise die Region Stutt-gart Flächen für Gewerbe und Logistik ausweist und die betroffenen Gemeinderäte blocken.

 

Nächstes Jahr sind in Stuttgart OB-Wahlen. Alle Kandidaten sollten nicht nur daran gemessen werden, was sie für Stuttgart tun wollen. Mindestens ebenso wichtig ist, welchen Beitrag sie zur Weiterentwicklung der Region leisten wollen.

 

Die Zeit der Egomanen in den großen Rathäusern der Region muss zu Ende gehen. Wir brauchen Teamplayer, Regionauten. Warnsignale aus der Wirtschaft gibt es genug. Wir müssen gemeinsam gegensteuern und für die Wirtschaftskraft der Region kämpfen. Aber auch für ihre Lebensqualität. Ein Masterplan kann aufzeigen, wo gewerbliche und wohnwirtschaftliche Cluster Sinn machen. Dies auch mit dem Ziel, Verkehr und Flächenverbrauch zu minimieren.

 

Bald ist Weihnachten. Ein guter Zeitpunkt zum Innehalten, Aufeinander-Zugehen und den großen Schulterschluss in der Region zu wagen.

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Ihr Frank Peter Unterreiner, Herausgeber

 

 

Die aktuelle Ausgabe vom 03. Dezember 2019 als PDF